Hallo und ein frohes neues Jahr euch allen!
Mein erstes Silvester zur Sommerzeit habe ich wie angekündigt in Gisborne auf dem Rhythm and Vines Festival verbracht. Es waren anstrengende Tage, da nicht viel geschlafen, dafür viel gefeiert wurde. Leider war auch das Wetter alles andere als gut, sodass wir lediglich am Donnerstag, kurz nach Ankunft, die Möglichkeit hatten ein wenig Sonne zu tanken. Die restlichen Tage waren eher verregnet und grade Silvester entwickelte sich vor den Bühnen somit zu einer kleinen aber feinen Schlammschlacht. Doch diese habe ich gut überlebt und ein unvergessliches Silvester gehabt. Und das campen inmitten von Weinreben hat auch bei schlechten Wetter seinen Scharm! Alles in allem kann ich das Festival empfehlen und würde (trotz des hohen Preises) gerne wieder dorthin.
Nach dem Festival, also im neuen Jahr, ging die Reise für uns dann weiter. Wir fuhren am 01.01.2012 mit dem Auto in Richtung Norden und zwar durch die Weioeka Gorge – das ist eine Straße, die direkt neben einem Fluss in die umliegenden Berge “gebaut” wurde. Dementsprechend ist die Landschaft traumhaft, allerdings aufgrund des massiven Regens gab es auch schon die ersten Erdrutsche, welche die Fahrbahn teilweise blockierten. Hier hatten wir noch Glück, denn circa 1 Stunde nach uns wurde die ganze Straße gesperrt. Unser Glück blieb uns nicht hold, dann wir steckten plötzlich aufgrund einer gesperrten Brücke in dem kleinen Maori-Ort “Opotiki” fest – mit mehreren tausend anderen Festival Besuchern.
Zimmer gab es schon nicht mehr als wir ankamen, daher nutzen wir die Zeit erstmal um uns zu stärken. Später half uns dann die typische neuseeländische Gastfreundschaft. Eine leicht angetrunkene Frau mittleren Alters lud uns in die Wohnung von sich und ihrer Freundin ein, welche noch in der Kneipe war (es war ja auch schon etwa drei Uhr Nachmittags
). Hier bekamen wir fünf ein geräumiges Zimmer mit eigenem Bad und sogar einen Haustürschlüssel – das nenn ich mal Glück im Unglück.
Unsere Reise setzten wir am folgenden Tag fort und fuhren an weiteren gesperrten Straßen vorbei. Ich glaube das Unwetter hat es auch nach Deutschland in die Nachrichten geschafft. Unsere Reise endete in Thames, wo wir zwei Nächte blieben. Wir besuchten den Hot Water Beach – ein Strand, an dem man einen natürlichen Pool bauen kann, da es dort heiße Quellen gibt, die wenige Zentimeter unter der Oberfläche so heiß sind, dass sie mit Meerwasser gemischt werden müssen – Sachen gibt’s.
Außerdem haben wir die Cathedral Cove besucht, welche schon Schauplatz in diversen Filmen war. Die Cove ist ein natürliches “Loch” im Fels, das zwei Strände miteinander verbindet. Auch hier hatten wir Glück, da diese erst sei zwei Wochen wieder geöffnet war – vorher sind wohl einige Brocken abgestürzt.
Da es zeitlich eng wurde beschlossen wir das Northland (also Auckland und alles nördlich davon) auszulassen und begaben uns in Richtung Te Kuiti. Norman und Brit verlängerten ihre Reise und verließen uns in Richtung Auckland, sodass wir nur noch zu dritt weiter fuhren. Bei Te Kuiti sind die Waitomo Caves, die wir besuchten um dort eine Höhlenwanderung zu unternehmen inklusive Wetsuite und Gummireifen-Fahrt. Es war ziemlich interessant, vor allem als alle die Lichter ausgemacht haben und die Glühwürmchen geleuchtet haben – über die weiß ich jetzt auch alles
Nach der mehr oder weniger anstrengenden Tour fuhren wir weiter Richtung Südwesten. Wir nutzten den “Lost World Highway”, welcher durch wirklich verlassenes Land führt. Er ist gespickt mit einspurigen Brücken, einem relativ langen einspurigen Tunnel und einem Haufen Kurven. Kurven fahren lernt man hier generell auf den “Autobahnen”, welche führ deutsche Verhältnisse eher schlechte Landstraßen sind, ausgesprochen gut. Ein Teil der Strecke war sogar geschottert, aber wir hatten ja ein Allrad Fahrzeug.
Unser Ziel war der Mount Taranaki, der einsame Berg. Dies ist ein einzelner Vulkan um den kreisförmig ein Nationalpark aufgebaut ist. Diesen Berg sah ich schon am Anfang meiner Reise aus dem Flugzeug und war fasziniert. Hier machten wir nach einem Museumsbesuch zwei kleinere Wanderungen am Fußes des Berges.
Weiter ging es Richtung Whanganui. Hier sind wir allerdings nur durchgefahren zu unserem Campingplatz direkt am Meer in Turanaki Beach. Ich glaube von allen Zeltplätzen war das einer der tollsten, da die Lage ideal war – außerdem kostete er für 3 Leute mit einem Auto und 2 Zelten nur $10
Am nächsten und letzten vollen Tag unserer Reise ging es als erstes durch Palmerston North, vorbei an dem größten Windkraftpark Neuseelands zur TUI Brauerei. Ich war Fahrer, daher beschränkte ich mich auf das Museum und einen Kaffee, doch die “Bier-Latte” mit den sechs verschiedenen Biersorten wurde von Tobi mit ein wenig Hilfe von Peter dennoch geleert – es war ja auch schon fast 12… 
Weiter ging es in Richtung Süden. Wir fuhren über den “Classic Vine Highway” und erhofften uns dort unzählige Weinberge o.ä.. Insgesamt war der Highway aber eher eine landschaftliche Enttäuschung. Er führte uns allerdings an einem Wildpark vorbei, in dem wir dann endlich zum ersten Mal Kiwis sehen konnten! Diese kleinen, fast Runden Vögel sind nicht unbedingt die intelligentesten Tiere … sie irren umher und stochern mit ihrem langen Schnabel im Boden rum – aber ist lustig anzusehen.
Die letzte Nacht wollten wir mit wildcampen verbringen und fanden nach einer kurzen Suche auch einen tollen Platz. Allerdings schien er im Überflutungsgebiet eines Sees gelegen zu haben und da es schon geregnet hat sind wir dann doch weitergefahren. Das war auch ganz gut, denn der Regen hörte nicht auf und wir waren froh auf einem richtigen Campingplatz wenigstens die Küche als trockenen Platz für unseren Abschlussabend gehabt zu haben.
Auch am Sonntag hat es den ganzen Tag geregnet, weshalb wir in Petone nochmals im Settler-Museum und in Wellington im Te Papa vorbeischauten. Ich kannte ja schon beide Museen, aber dennoch war es eine gute Ablenkung von dem richtig schlechten Wetter. Zu dem Regen kamen noch die typischen Stürme Wellingtons zu, sodass sogar unser Kofferwagen am Flughafen mit drei Backpacker-Rucksäcken die Biege machen wollte.
Entsprechend holperig war auch der Rückflug mit Nullsicht und Luftlöchern.
Insgesamt war es eine tolle Reise und wir haben verdammt viel erlebt. Ich bin jetzt natürlich gespannt auf die Südinsel, die ich dann mit Meike besichtigen werde. Vielleicht komme ich ja auch nochmal nach Auckland und hoch ins Northland – wir werden sehen.
Die erste Woche in Nelson habe ich auch gut überlebt. Ich arbeite seit Montag wieder und zur Zeit schreiben wir eine Softwarespezifikation für ein Großprojekt – das ist wirklich interessant und bringt mir viel Erfahrung, daher bin ich sehr zufrieden.
Übrigens, einige Bilder des Trips über die Nordinsel habe ich in das Album geschmissen 
Cheers!